Schon seit einiger Zeit kann man an den Tankstellen beobachten, dass der Benzinpreis nicht nur deutlich niedriger ist als vor etwa einem Jahr, er ist auch relativ stabil. Verantwortlich ist hierfür das derzeit hohe Ölangebot. Ein Phänomen, das aus Sicht der Erdölvorkommnisse nicht auf Dauer anhalten kann. Ein besonderer Grund sich die Erdölgewinnung einmal genauer anzuschauen.

So funktioniert die Erdölgewinnung

Erdöl ist ein Stoffgemisch, das durch Umwandlungsprozesse von organischen Stoffen entsteht. Es wird aus Speichergesteinen gewonnen. Das Öl kann an Land oder an See gefördert werden. Dabei ist die Offshore-Gewinnung im Vergleich zur Förderung an Land durchaus komplizierter. Um auf See Erdöl gewinnen zu können, müssen zunächst Bohrinseln errichtet werden. Die Erdölgewinnung erfolgt grundsätzlich mittels Bohrtürmen.

Je nachdem wo sich die Erdölvorkommnisse befinden, kommen bei der Förderung unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Sind die Vorkommnisse relativ nah an der Erdoberfläche, wird die Förderung im Tagebau vollzogen. Für weiter entfernte Vorkommnisse werden Sonden für die Gewinnung eingesetzt.

Die Erdölgewinnung erfolgt in mehreren Phasen. Bei der ersten Phase kann das vorhandene Erdöl einfach durch den natürlichen Druck gewonnen werden. Hierbei tritt das Öl von selbst an die Erdoberfläche. In der zweiten Phase kommen Gas oder Wasser zum Einsatz. Dieses wird in das Gestein injiziert, um das dort vorhandene Erdöl zu fördern. Bei der dritten Phase der Erdölgewinnung werden weitere Stoffe injiziert. Hier werden Polymere, Chemikalien, Dampf, Mikroben oder Kohlenstoffdioxid eingesetzt – ähnlich wie bei der Erdgasgewinnung.

Vorkommnisse von Erdöl

Das Land mit den meisten Erdölvorkommen ist Saudi Arabien mit 19,1% des Weltvorkommens, gefolgt von Venezuela mit 15,3% und dem Iran mit 9,9%. Der Anteil der Vorkommnisse in Europa ist sehr gering. Das meiste Erdöl wird hier in Großbritannien und Norwegen gefördert.

In Deutschland wird der Großteil des hier bestehenden Bedarfs durch importiertes Erdöl gedeckt. Eigenes Erdöl wird vorwiegend im Norddeutschen Becken in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gewonnen. Neu ist die Erdölgewinnung in Rheinland-Pfalz. Hier gefundene Vorkommnisse können die Erdölverfügbarkeit in Deutschland um weitere drei Jahre verlängern.

Viele Ölvorkommnisse werden in einigen Jahren erschöpft sein. So ist beispielsweise schon heute klar, dass die Vorräte in Großbritannien bereits in wenigen Jahren aufgebraucht sind. Wie lange die Erdölgewinnung in anderen Ländern noch möglich ist, lässt sich nur schwer voraussagen. Abhängig ist das von der weiteren Menge der Erdölgewinnung, der Entwicklung der Technik und somit dem Erschließen von weiteren Ölquellen. Aus heutiger Sicht kann davon ausgegangen werden, dass die Vorkommnisse noch viele Jahre zur Verfügung stehen werden. Genaue Prognosen lassen sich jedoch über so einen langen Zeitraum nur schwer aufstellen.

Mit Material von: zeit.de, schatzwert.de, ed-info.de, fossilebrennstoffe.org

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